Zwischen Zehn und Zeitdruck: Lichtschießen-Landesmeisterschaft bringt Nachwuchs, Nervenstärke und jede Menge Geschichten ans Licht
Die zweite Landesmeisterschaft des Jahres – diesmal im Bereich Lichtschießen – hat einmal mehr gezeigt, dass der Nachwuchs im Badischen Schützenwesen voller Energie, Ehrgeiz und auch einer guten Portion Humor steckt. Nach dem erfolgreichen Auftakt mit dem Bogenschießen im Januar ging es nun für die jüngsten Talente an die Schießlinie. Und auch hier konnte, wenn auch nur leicht, eine erfreuliche Entwicklung festgestellt werden: Die Teilnehmerzahlen sind erneut gestiegen. Kein Sprung ins Unermessliche – aber ein klares Zeichen: Das Lichtschießen wächst.
In der Schülerklasse 3 und 2 trafen sich die besten Nachwuchsschützinnen und -schützen, um sich ihre Tickets für die Deutschen Meisterschaften in Frankfurt Anfang August zu sichern. Auf dem Programm standen Lichtgewehr 3-Stellung, Lichtgewehr stehend sowie Lichtpistole – drei Disziplinen, die selbst den Jüngsten bereits einiges abverlangen.
Und genau das zeigte sich auch am Schießstand: Während einige bereits routiniert wirkten, wurde bei anderen die Trainingsintensität kurzerhand auf die Spitze getrieben. Über 40 Probeschüsse waren keine Seltenheit – bevor überhaupt die 20 Wertungsschüsse begonnen wurden.
Besonders spannend wurde es beim Lichtgewehr 3-Stellung. Drei Positionen, je zehn Wertungsschüsse – und in manchen Fällen waren selbst diese kaum mehr als die halbe Wahrheit, wenn man die vorherigen Probeschüsse dazuzählt. Der Wettkampf verlangte den jungen Teilnehmerinnen und Teilnehmern einiges ab. Denn der Wechsel vom heimischen Training zum offiziellen Wettkampf sorgt eben doch für ein ganz anderes Kribbeln im Bauch.
Ein echtes Highlight lieferte Denisa Scholz: Ihren letzten Wertungsschuss gab sie in den letzten fünf Sekunden ab – unter Zeitdruck, mit ruhiger Hand und beeindruckender Nervenstärke. Ergebnis: eine hervorragende 9. Genau solche Momente zeigen, dass hier bereits richtig Wettkampfsport gelebt wird.
Auch die Lichtpistole sorgte für ihre ganz eigenen Geschichten. Während einige konzentriert und fokussiert durchzogen, sah man bei anderen durchaus kreative Vorbereitungsmethoden. Ein Schütze nutzte die Wartezeit beispielsweise, um ganz pragmatisch die Bedienungsanleitung seiner Lichtpistole zu studieren – „wenn schon Wettkampf, dann wenigstens wissen, wo die Schraube zum drehen ist“, wurde später augenzwinkernd kommentiert.
Natürlich durfte auch das Rahmenprogramm nicht fehlen. Zur Siegerehrung ließ es sich Carl von Greifenstein nicht nehmen, „heranzufliegen“ und für Stimmung zu sorgen. Ebenfalls vor Ort war Vizepräsident Sport Jürgen Dörtzbach, der zwar nicht fliegen konnte, dafür aber persönlich gratulierte und die Leistungen der Nachwuchsschützinnen und -schützen würdigte.
Ein besonderer Dank ging an den Vizepräsidenten Jugend, der die Landesmeisterschaften im Lichtschießen federführend leitete, sowie an den gesamten Mitarbeiterstab, ohne den eine solche Veranstaltung nicht möglich wäre. Ebenso wurde die SG Seckenheim für die Bereitstellung der Schießanlage herzlich bedankt, die einmal mehr perfekte Bedingungen bot.
Und dann waren da noch die Eltern: stolz, nervös, mitfiebernd – und manchmal mindestens genauso angespannt wie ihre Kinder. Während die einen jeden Schuss akribisch mitzählten, war bei anderen nach dem 20. Wertungsschuss einfach nur Erleichterung und Freude spürbar – das Ergebnis war da plötzlich zweitrangig.
Am Ende bleibt eine Landesmeisterschaft, die gezeigt hat: Lichtschießen ist längst mehr als nur ein Einstiegssport. Es ist Wettkampf, Emotion, Konzentration – und manchmal auch ein kleines Abenteuer mit Bedienungsanleitung in der Tasche.