Auf der Wurfscheibenanlage der Pforzheimer Schützengesellschaft wurde am Pfingstwochenende der 5. internationale Goldstadt-Cup ausgetragen. Organisiert wurde das Event vom Vorderlader-Team um Initiator Frank Waidner. Bereits Tage davor wurde die Wurfscheibenanlage in zeitintensiver Fleißarbeit in einen wettkampf-tauglichen Zustand versetzt. Bereits am Freitag reisten viele an und nahmen am Nachmittag das Training auf. Auch das Pfingstwetter, mit einem strahlend blauen Himmel und sommerlichen Temperaturen, trug mit zum Gelingen der Veranstaltung seinen Teil bei.
Nach bewährtem Austragungsmodus waren jeweils 2 Serien á 25 Scheiben in den beiden Vorderladerflinten-Disziplinen Manton (Steinschlossflinte) und Lorenzoni (Perkussionsflinte) nach internationalen Regeln des MLAIC zu absolvieren. Der Einladung folgten wieder Schützen aus Österreich, Ungarn, Holland und vielen deutschen Bundesländern, darunter auch 2 Damen. Nahezu das komplette Deutsche und Österreichische National-Team war am Start. In beiden Wettkampf-Disziplinen erfolgte die Wertung in den drei Leistungsklassen A, B und C. Zu gewinnen gab es für die drei besten Schützen jeder Klasse dekorative Plaketten mit Schützenmotiv und Urkunden. Zusätzlich wurde die prozentuale Abweichung zwischen Wettkampfergebnis und bei der Anmeldung abgegebenen Treffer-Prognose ermittelt. Für die Schützen mit der geringsten Abweichung jeder Disziplin wurden Geldpreise ausgelobt.
Als Rahmenprogramm folgten 5 Wertungsschüsse auf den Kipphasen. Hierbei galt es die schnell laufende dreiteilige Hasen-Silhouette möglichst vollständig mit jedem Schuss zu Fall zu bringen. Auch hier winkte dem Sieger ein Geldpreis.
Manton (Steinschlossflinte)
Am Pfingstsamstag startete das Wettkampfgeschehen auf der gut vorbereiteten Pforzheimer Wurfscheibenarena in der Disziplin Manton (Steinschlossflinte). Geschossen wurde auf beiden Ständen und am Nachmittag standen planmäßig alle Resultate fest.
In der Leistungsklasse A siegte der Wahl-Pforzheimer Kaderschütze Franz Lotspeich mit 42 Treffern. Den 2. Platz erkämpfte sich mit 41 Treffern Nationalkader Armin Grübl aus Bayern. Dritter wurde Tamas Dobos aus Ungarn mit 40 getroffenen Flugzielen. Trotz hoher Spritpreise waren ihm die 1.000 km Anreiseweg nicht zu weit.
Dr. Henry Herper aus Thüringen konnte mit 34 Treffern die Klasse B für sich entscheiden. Auf Rang 2 folgte treffergleich nach Stechen Bettina Schachtebeck aus NRW. Mit 32 Treffern belegte der Bayer Volker Zeintl Platz 3.
Sieger in der C-Klasse wurde mit 28 Treffern der Pforzheimer Josef Eppinger. Mit 25 Treffern belegte die Österreicherin Iris Rauscher den 2. Platz vor dem ergebnisgleichen Niederländer Jan Meijers.
Kaderschütze Armin Grübl konnte in dieser Disziplin die vor Wettkampfbeginn abgegebene Prognose seiner Trefferleistung mit einer Fehlerquote von 2,5% mit der geringsten Abweichung einschätzen und sich über den Geldpreis freuen. Alle Abweichungen zwischen Prognose und Real-Ergebnis bewegten sich zwischen 2,5 % und beachtlichen 100 % wobei die allermeisten Schützen hinter ihren prognostizierten Leistungen zurückblieben.
Mannschaften Hawker
Jeweils 3 Schützen aus dem Starterfeld konnten wahlfrei Mannschaften bilden. Sieger mit 111 Treffern wurde das bayerische Team Donau-Wald mit den Schützen Grübl, Jakob und Zeintl. Das „Goldstadt-Team“ mit Lotspeich, Scheible und Eppinger wurde 2. Sieger mit 107 Treffern. Die Österreicher Denk und Scherhammer bildeten mit dem Ungarn Dobos eine Mannschaft namens „k u. k“ und erreichten mit 100 Treffern den 3. Platz.
Lorenzoni (Perkussionsflinte)
Der Pfingstsonntag brachte mit der Disziplin Lorenzoni – Perkussionsflinte – in der Klasse A sehr starke Resultate. Bettina Schachtebeck lies mit nur 3 Fehlschüssen, also 47 Treffern, alle Männer hinter sich und gewann unangefochten die Leistungsklasse A.
Rang 2 belegte Tamas Dobos mit 46 getroffenen Scheiben gefolgt vor dem treffergleichen Armin Grübl.
Volker Zeintl wurde mit 42 Treffern Sieger in Klasse B. Mit den 41 getroffenen Flugzielen durfte sich Friedel Schachtebeck über Platz 2 freuen. Den 3. Platz sicherte sich, mit 40 Treffern, Wettkampfleiter Frank Waidner.
In der Leistungsklasse C mussten 2 Badener um die Plätze 1 und 2 stechen. Mit 35 Treffern setzte sich Jo Eppinger gegen Manfred Schulz durch. Dritter mit 34 Treffern wurde mit Alexander Scheible ein weiterer Badener Schütze.
Bei der Prognosewertung Lorenzoni konnten die Schützen Dobos, Maurer und Schuster ihre recht differenten Trefferanzahlen absolut richtig vorhersagen und den Geldpreis anteilig vereinnahmen. Die Spannweite der prozentualen Abweichung lag zwischen 0 und 22,7 % oder in realen Zahlen von 0 bis 10 Treffern. Im Wettbewerb mit der Perkussionsflinte hat ein Großteil sein aktuelles Leistungsvermögen zu hoch eingeschätzt.
Mannschaften Batesville
Im Wettbewerb Lorenzoni mit der Perkussionsflinte siegte Team „k und k“ mit Dobos, Scherhammer und Denk und 133 Treffern. Team „Donauwald“ mit Grübl, Jakob und Zeintl belegte den 2. Rang mit 132 getroffenen Scheiben. Das Pforzheimer „Goldstadt-Team“ musste sich nach 131 Treffern mit dem 3. Platz begnügen.
Kombination (Manton und Lorenzoni)
Zur Kombinationswertung wurden die beiden Einzelresultate aus den Wettkämpfen Manton und Lorenzoni aufsummiert. Die ersten Plätze belegten die aktiven DSB-Nationalkaderschützen. Treffergleich mit 87 von 100 möglichen Treffern siegte Franz Lotspeich, aufgrund des höheren Steinschlossresultates, vor Armin Grübl und Dritter wurde mit 86 Punkten Tamas Dobos.
Rahmenprogramm Kipphase
Beim Begleitprogramm auf den rennenden Blechhasen brachten 20 von 30 möglichen Trefferpunkten Volker Zeintl den Sieg im und auch das ausgelobte Preisgeld ein.
Mit 14 Punkten folgte Iris Rauscher auf Platz 2 und Peter Scherhammer mit 12 Punkten auf dem 3. Platz.
Verlosung
Unter den anwesenden Teilnehmern wurden 3 Preise verlost. Die glücklichen Gewinner waren Arne Schuster, Manfred Schulz und Volker Zeintl.
Fazit
Wie all die Jahre zuvor war das Turnier wieder gut organisiert und geprägt von einem ausgesprochen sportkameradschaftlichen Flair. Das Teilnehmerspektrum reichte vom Gelegenheits- bis zum internationalen Spitzenschützen. Durch die Dreiklassenwertung wurden die Podest-Chancen deutlich erhöht.
Selbst für sehr wettkampferfahrene Schützen bedeutete die Ergebnisprognose eine Steigerung des Leistungsdrucks, verbunden mit sehr oft negativen Auswirkungen.
Der horizontal und bodennah bewegte Kipphase war für die allermeisten Teilnehmer wieder eine echte Herausforderung. So konnten die meisten Schüsse, der auf kleine Flugziele spezialisierten Flintenschützen, kein Segment der Blechhasen-Silhouette umwerfen. Überhaupt nur 10 Teilnehmer konnten Trefferpunkte erzielen.
Zu aller Überraschung wohnte erstmals die Kapitänin der britischen Vorderladerflinten-Schützen, Jane Capwell, dem Wettkampfgeschehen bei. Als international erfahrene Schützin und Kampfrichterin entlastete sie die Wettkampfleitung sehr.
Schon am Trainingstag und während beider Wettkampftage herrschte eine äußerst positive Stimmung vor. Nach Waidner´s Schlusssatz mit der Ankündigung, dass es für den Goldstadt-Cup keine Fortsetzung mehr geben wird, machte sich Betroffenheit und großes Bedauern breit.
Bilder unter:
Manton -144221
Lorenzoni -145533