Der SSV Kronau machte es am letzten Wettkampfwochenende nochmals spannend und sicherte sich erst im zweiten Anlauf die Teilnahme an der Finalrunde der besten acht Deutschen Vereinsteams. Bereits vor dem abschließenden Wettkampfwochenende, hatte sich der souveräne Tabellenführer Bund München das Bundesligafinale gesichert. Vier Teams mussten um die drei anderen Finalplätze kämpfen. Dabei hatten der SV Pfeil Vöhringen mit Weltmeister Maximilian Dallinger, der SSV Kronau und die SSG RWS Fürth (alle 14:4-Punkte) die besten Aussichten. Eichenlaub Saltendorf (12:6) hoffte jedoch auch noch, zumal Fürth und Vöhringen im direkten Duell aufeinandertrafen und auch Kronau mit Germania Prittlbach ebenfalls einen starken Gegner hatten.
Germania Prittlbach vs. SSV Kronau
Der SSV Kronau war bei der Begegnung am Samstagabend in Prittlbach Favorit. Die Prittlbacher aus einem Nachbarort von Dachau hatten jedoch als Sechter der Tabelle noch theoretische Chancen auf eine Finalteilnahme. Wer die Saison genauer verfolgt hatte wusste, dass Prittlbach wiederholt auf ihre österreichische Nummer eins Martin Strempfel verzichten mussten und nur deshalb auf einem mittleren Tabellenplatz standen. Das Duell gegen Kronaus Nummer eins Larissa Wegner stand somit von Beginn an im Mittelpunkt des Interesses. Beide begannen fehlerfrei, bis sich Larissa Wegner im 31. Schuss eine Neun erlaubte. Der Prittlbacher hatte zu diesem Zeitpunkt erst 26 Schüsse abgegeben. Beide blieben dann bis zum Schluss fehlerfrei und die Partie endete mit 400 zu 399 Ringen und dem Einzelpunkt für Prittlbach. Ungeachtet davon war das Kronauer Team über das gesamte Match im Vorteil und führte nach drei Viertel des Wettkampfes sogar mit 4:1. Nele Stark hatte mit hervorragenden 398 Ringen die Vizeweltmeisterin von 2018 Isabella Straub sicher im Griff. Das gleiche galt für Annabelle Lotter, die bereits nach 21 Minuten und 25 Sekunden ihre Gegnerin mit 397 Ringen unter Druck setzte und ihr Match schon nach weniger als einer halben Stunde gewonnen hatte. Zum Ende holte Prittlbach etwas auf, nutzte eine Schwächephase Kronaus und glich aus. Nachdem Lana Wurster ihr Match im Endspurt verlor, stand es 2:2 und ein Stechen zwischen Kronaus Max Braun und der Prittlbacherin Mariella Schneider, die beide mit 395 Ringen abgeschlossen hatten, musste die Entscheidung bringen. Das Stechen war wieder voller Dramatik, denn der Sieg hätte für Kronau die sichere Finalteilnahme bedeutet. Doch die Entscheidung fiel erst nach dem vierten Stechschuss. Bei den ersten drei Stechschüssen schossen beide jeweils eine Zehn. Somit ging es in den shoot off mit Zehntelwertung, das mit 10,3 zu 9,9 und einem 3:2 Sieg zu Gunsten von Prittlbach endete. Doch Glück im Unglück. Da in der direkten Begegnung der anderen Finalaspiranten die SSG Fürth gegen Pfeil Vöhringen verloren hatte, belegte Kronau trotz Niederlage weiterhin den dritten Tabellenplatz. Vöhringen mit nun zwei Punkte Vorsprung hatte die Finalteilnahme jetzt gesichert, was den Druck auf Kronau und Fürth nochmals erhöhte. Der SSV Kronau und Fürth, beide absolut punktgleich, mussten am Sonntag liefern, denn trotz der Niederlage gegen München hatte Saltendorf noch immer die Chance auf die Finalteilnahme.
SSV Kronau vs. SG Endorf
Die beiden Mitkonkurrenten um die Finalteilnahme hatten am Sonntagmorgen vorgelegt. Sowohl die SSG Fürth als auch Eichenlaub Saltendorf gewannen ihre Begegnungen souverän mit jeweils 4:1. Der SSV Kronau musste jetzt nachlegen und seinerseits hoch gewinnen, um auch nach Einzelpunkten die Gegner in Schach zu halten. Doch der Gegner vom Chiemsee die SG Endorf war nicht zu unterschätzen, hatten sie doch tags zuvor ihren eigenen Vereinsrekord verbessert und gegen den SV Fenken gewonnen. Für den SSV Kronau rückte absprachegemäß Colin Fix für Max Braun in die Mannschaft. Dieser erkämpfte sich von Beginn an einen soliden Vorsprung auf seinen Gegner und steigerte sich von Serie zu Serie. Am Ende wurde er immer sicherer, schoss mit perfekten 200 Ringen aus und sicherte sich mit 9 Ringen Vorsprung seinen Einzelpunkt. Auf der Position vier legte Annabelle Lotter wieder schnell und treffsicher los und erzielte nach weniger als 21 Minuten hervorragende 399 Ringe. Sie distanzierte ihren Gegner dadurch um acht Ringe. Der Gegner von Nele Stark auf Position 3 leistete zunächst heftige Gegenwehr, sie konnte diesem jedoch in den letzten drei Serien die entscheidenden Ringe mit 397 zu 395 abnehmen. Die Kronauer Schützin auf Position 2 Lana Wurster war an diesem Morgen besser in Form als am Vortag. Sie begann ihren Wettkampf mit perfekten 100 Ringen und baute ihren Vorsprung kontinuierlich bis auf fünf Ringe aus. Auf der Spitzenposition zwischen Larissa Wegner und dem österreichischen Nationalschützen Dominic Einwaller wurde es wieder äußerst spannend. Beide schenkten sich nichts. Dominic Einwaller, der für Kronau in der Saison 2022/23 an den Start ging, legte mit perfekten 200 Ringen los. Davon ließ sich Larissa Wegner nicht beeindrucken, schoss ihren Rhythmus weiter und lag am Ende mit dem Österreicher gleichauf bei 398 Ringen. Das anschließende Stechen war wieder voller Spannung. Nach drei Stechschüssen stand es immer noch unentschieden. Beim vierten Schuss, der wieder auf Zehntelwertung (ein Zehntel entsprechen 0,05mm) gemessen wurde setzte sich Larissa Wegner mit 10,5 zu 10,1 gegen den Österreicher durch. Dieses 5:0 Sieg sicherte dem SSV Kronau den 3. Tabellenplatz und die Finalteilnahme.
Finalrunde um die Deutsche Meisterschaft
Der Bund München und sieben Teams, die bereits im vergangenen Jahr dabei waren, haben sich für das Bundesligafinale in Rotenburg an der Fulda (7./8. Februar) qualifiziert. Der Top-Favorit ist neben dem Rekordmeister SSG Kevelaer der Bund München, welcher an diesem Samstag nicht nur einen neuen Deutschen Mannschaftsrekord mit 1995 Ringen aufstellte, sondern diesen Rekord am Sonntagmorgen nochmals wiederholte. Der SSV Kronau wird im Viertelfinale als 3. der Bundesliga Süd auf den 2. der Bundesliga Nord – Sankt Hubertus Elsen- treffen. Damit kann Kronau Revanche für die letztjährige knappe Niederlage nehmen. Damals verlor Kronau erst im Stechen und Elsen (Stadtteil von Paderborn) wurde im Anschluss Deutscher Meister. Elsen schoss am vergangenen Sonntag in Bestbesetzung 1987 und 1985 Ringe und der SSV Kronau, die auf ihre Nummer 1, den US-Amerikaner Gavin Barnick verzichten mussten, erzielte ihrerseits 1985 und 1983 Ringe. Dadurch ist schon jetzt ein enges Match zu erwarten.
Begegnungen der 1. Bundesliga vom 10. und 11.01.2026
Pos. Ringe Punkte Ringe
SV Germ. Prittlbach 1975 3 : 2 1983 SSV Kronau
1 Strempfl, Martin 400 1 : 0 399 Wegner, Larissa
2 Buchmayer, Iris 396 1 : 0 394 Wurster, Lana
3 Straub, Isabella 390 0 : 1 398 Stark, Nele
4 Stadler, Lisa 394 0 :1 397 Lotter, Annabelle
5 Schneider, Mariella (10.3) 395 1 :0 395 (9.9) Braun, Max
Pos. Ringe Punkte Ringe
SSV Kronau 1985 5 0 1961 SG Endorf
1 Wegner, Larissa 10.5 398 1 0 398 10.1 Einwaller, Dominic
2 Wurster, Lana 396 1 0 391 Westner, Regina
3 Stark, Nele 397 1 0 395 Beyer, Jan Alexander
4 Lotter, Annabelle 399 1 0 391 Fischer, Felix
5 Fix, Colin 395 1 0 386 Retzer, Florian
Abschlusstabelle 1. Bundesliga Süd Luftgewehr
Platz Verein Einzelpunkte Mannschaftspunkte
1 Der Bund München 43:12 22:0
2 SV Pfeil Vöhringen 43:12 18:4
3 SSV Kronau 35:20 16:6
4 SSG RWS Fürth LG 34:21 16:6
5 Eichenlaub Saltendorf 34:21 14:8
6 SV Germ. Prittlbach 28:27 12:10
7 SG Endorf 21:34 10:12
8 SV Fenken 29:26 8:14
9 Gemütl. Mertingen 20:35 8:14
10 FSG Kempten LG 20:35 6:16
11 Gmütl. Luckenpaint 13:42 1 12:20
12 SSVG Brigachtal 10:45 0:22